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Die Geschäftsmodellinnovation am Beispiel von Motel One

von Martin Engert
Martin Engert

Eine gute Architektur des Geschäftsmodells kann deutliche Vorteile verschaffen.

Viele global, aber auch national agierende Unternehmen sind abhängig von ihrer Innovationskraft. Aus diesem Grund investieren sie viel Zeit, Kapazität und Geld in die Schaffung von Wettbewerbsvorteilen wie Innovationen.

Doch Innovationen müssen nicht zwangsläufig Produkte oder Prozesse zum Inhalt haben – Vorteile im Markt kann man sich auch durch ein cleveres, neuartiges und/oder ausgeklügeltes Geschäftsmodell schaffen und so das Unternehmen in eine gute Ausgangsposition bringen.

Die Geschäftsmodellinnovation

Sogenannte Geschäftsmodellinnovationen bergen natürlich auch gewisse Risiken, denn Neues zu probieren ist nicht immer sicher.

Doch eine Innovation im Bereich des Geschäftsmodells, also eine Veränderung der Architektur der Wertschöpfung eines Unternehmens ist vielversprechend: Vor allem die Reduktion der Kosten oder die Steigerung der Flexibilität eines Unternehmens um bis zu 55% sind möglich.

Verdeutlicht am Beispiel von Motel One

Motel One ist eine im Jahr 2000 gegründete Hotelkette, die bereits über mehr als 44 Hotels in Deutschland mit knapp 10.000 Zimmern verfügt. Einzelne Hotels in Österreich und Schottland sind bereits eröffnet. Das Ehrgeizige Ziel bis 2014 ist die Erhöhung des Netzes auf 60 Hotels.

Doch was steckt hinter Motel One?

Motel One ist in den ersten Jahren nach der Gründung eine normale Billighotelkette, denn es brauchte Zeit um die heutige Marke und deren Konzept zu entwickeln:

Attraktiver Preis - Hohe Qualität - Zentrale Lage

Diese drei Stichwörter spiegeln den Unternehmenserfolg wider und der Gründer Dieter Müller und seine Partnerin Ursula Schelle-Müller setzen auf dieses Konzept:

Die betriebenen Hotels liegen in Großstädten in bester Lage, Übernachtungen sind ab einem Preis von 49 € zu haben und die Einrichtung ist stets in einem Motto folgenden, edlen Design gehalten, um eine loungige Atmosphäre zu schaffen. So ist ein gerade in München, in der Nähe des Deutschen Museums eröffnetes Hotel der Kette mit geliehenen Exponaten des Museums dekoriert.

Qualität ohne Luxus kommt an

Das wohl beste Argument, der Preis, kann lediglich durch die Streichung von Zusatzleistungen niedrig gehalten werden, so gibt es keinen Schrank, keinen Safe, keine Minibar, keinen Zimmerservice und kein Telefon in den lediglich 16 Quadratmeter großen Zimmern. Auch das Frühstück ist nicht enthalten – jedoch gibt es Marken-Flachbildfernseher, Designer-Lampen, Granit-Boden und hochwertige Bettwäsche.

Genau dieses Konzept kommt gerade Businesskunden oder Städtereisenden entgegen, die keine großen Ansprüche an den Service stellen und sich nur für wenige Nächte in der Stadt aufhalten, jedoch keine Qualitätseinbußen bezüglich der Räumlichkeiten und der Atmosphäre hinnehmen möchten und dabei möglichst wenig Geld ausgeben wollen.

Das Umsatzplus im Jahr 2011 von 48% gibt den Gründern Recht, denn im Low-Budget-Segment gibt es diesen guten Kompromiss aus Preis und Leistung nur sehr selten – wahrscheinlich weil sonst keiner das Risiko einer derartigen Veränderung des Geschäftsmodells eines Billighotels auf sich nehmen wollte.

Weitere Beispiele

Für eine erfolgreich umgesetzte Geschäftsmodellinnovation sind die Unternehmen IKEA und DELL hervorragende Beispiele, die beide durch für die Branche neuartige Strukturen einen Wettbewerbsvorteil erzielen konnten. Nicht umsonst sind beide Global Player in ihren jeweiligen Märkten.

 

Quellenangaben:

  • IBM: Expanding the Innovation Horizon - The Global CEO Study 2006, 2006, S. 14
  • www.motel-one.com
  • "Wie das Prinzip Billighotel funktioniert" von Melanie Staudinger, SZ vom 06.03.2012/sonn/gba
  • "Die Hotellerie mag es chic - und billig" von Ullrich Friese vom 21.12.2011

Viele global, aber auch national agierende Unternehmen sind abhängig von ihrer Innovationskraft. Aus diesem Grund investieren sie viel Zeit, Kapazität und Geld in die Schaffung von Wettbewerbsvorteilen wie Innovationen.

Doch Innovationen müssen nicht zwangsläufig Produkte oder Prozesse zum Inhalt haben – Vorteile im Markt kann man sich auch durch ein cleveres, neuartiges und/oder ausgeklügeltes Geschäftsmodell schaffen und so das Unternehmen in eine gute Ausgangsposition bringen.

Die Geschäftsmodellinnovation

Sogenannte Geschäftsmodellinnovationen bergen natürlich auch gewisse Risiken, denn Neues zu probieren ist nicht immer sicher.

Doch eine Innovation im Bereich des Geschäftsmodells, also eine Veränderung der Architektur der Wertschöpfung eines Unternehmens ist vielversprechend: Vor allem die Reduktion der Kosten oder die Steigerung der Flexibilität eines Unternehmens um bis zu 55% sind möglich.

Verdeutlicht am Beispiel von Motel One

Motel One ist eine im Jahr 2000 gegründete Hotelkette, die bereits über mehr als 44 Hotels in Deutschland mit knapp 10.000 Zimmern verfügt. Einzelne Hotels in Österreich und Schottland sind bereits eröffnet. Das Ehrgeizige Ziel bis 2014 ist die Erhöhung des Netzes auf 60 Hotels.

Doch was steckt hinter Motel One?

Motel One ist in den ersten Jahren nach der Gründung eine normale Billighotelkette, denn es brauchte Zeit um die heutige Marke und deren Konzept zu entwickeln:

Attraktiver Preis - Hohe Qualität - Zentrale Lage

Diese drei Stichwörter spiegeln den Unternehmenserfolg wider und der Gründer Dieter Müller und seine Partnerin Ursula Schelle-Müller setzen auf dieses Konzept:

Die betriebenen Hotels liegen in Großstädten in bester Lage, Übernachtungen sind ab einem Preis von 49 € zu haben und die Einrichtung ist stets in einem Motto folgenden, edlen Design gehalten, um eine loungige Atmosphäre zu schaffen. So ist ein gerade in München, in der Nähe des Deutschen Museums eröffnetes Hotel der Kette mit geliehenen Exponaten des Museums dekoriert.

Qualität ohne Luxus kommt an

Das wohl beste Argument, der Preis, kann lediglich durch die Streichung von Zusatzleistungen niedrig gehalten werden, so gibt es keinen Schrank, keinen Safe, keine Minibar, keinen Zimmerservice und kein Telefon in den lediglich 16 Quadratmeter großen Zimmern. Auch das Frühstück ist nicht enthalten – jedoch gibt es Marken-Flachbildfernseher, Designer-Lampen, Granit-Boden und hochwertige Bettwäsche.

Genau dieses Konzept kommt gerade Businesskunden oder Städtereisenden entgegen, die keine großen Ansprüche an den Service stellen und sich nur für wenige Nächte in der Stadt aufhalten, jedoch keine Qualitätseinbußen bezüglich der Räumlichkeiten und der Atmosphäre hinnehmen möchten und dabei möglichst wenig Geld ausgeben wollen.

Das Umsatzplus im Jahr 2011 von 48% gibt den Gründern Recht, denn im Low-Budget-Segment gibt es diesen guten Kompromiss aus Preis und Leistung nur sehr selten – wahrscheinlich weil sonst keiner das Risiko einer derartigen Veränderung des Geschäftsmodells eines Billighotels auf sich nehmen wollte.

Weitere Beispiele

Für eine erfolgreich umgesetzte Geschäftsmodellinnovation sind die Unternehmen IKEA und DELL hervorragende Beispiele, die beide durch für die Branche neuartige Strukturen einen Wettbewerbsvorteil erzielen konnten. Nicht umsonst sind beide Global Player in ihren jeweiligen Märkten.

 

Quellenangaben:

  • IBM: Expanding the Innovation Horizon - The Global CEO Study 2006, 2006, S. 14
  • www.motel-one.com
  • "Wie das Prinzip Billighotel funktioniert" von Melanie Staudinger, SZ vom 06.03.2012/sonn/gba
  • "Die Hotellerie mag es chic - und billig" von Ullrich Friese vom 21.12.2011

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Der PI-Studis Blog ist eine Initiative von Studierenden des Studiengangs Patentingenieurwesen an der Ostbayerischen Technischen Hochschule Amberg-Weiden.


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